
Wir vertreten einen integrativen Ansatz auf tiefenpsychologisch-psychodynamischer Grundlage, d. h. wir kombinieren gezielt therapeutische Wirkfaktoren. Hiermit sind Wirkprinzipien von Psychotherapie gemeint, wie sie u. a. vom Berner Psychotherapieforscher Prof. Grawe bei der Metaanalyse von über 2000 wissenschaftlichen Psychotherapiestudien herausgearbeitet wurden.
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Weiter haben wir spezifische Behandlungskonzepte zu:
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Psychodynamisches Verstehen
Symptome, leidvolles Verhalten oder ungünstige Muster der Beziehungsgestaltung können mit der Lebensgeschichte und spezifischen Bewältigungsform (sog. Abwehrmechanismen) in Zusammenhang gebracht und so verstanden werden. Symptome oder ungünstige Verhaltensmuster sehen wir weniger als Defizite sondern als Ausdruck einer (noch) blockierten aber anstehenden Entwicklungsaufgabe. Ferner nutzen wir neue Erkenntnisse der modernen Neurobiologie zur motivationalen Klärung und hierauf aufbauend zum Erarbeiten von individuellen Therapiezielen.
Problembewältigung
Hiermit sind wissenschaftlich gut belegte verhaltenstherapeutische Prinzipien gemeint. Diese umfassen bei uns gezielte Information durch das Psychosomatikseminar, Expositionsverfahren bei Ängsten und Zwängen sowie spezifische indikative Gruppen z.B. Selbstsicherheitstraining.
Emotionale Problemaktualisierung
Wir versuchen in der stationären Psychosomatik eine Entwicklung anzustoßen, die mit dem Satz „Verstehe dich selbst besser und verhalte dich günstiger“ beschrieben werden kann. Es handelt sich oft um völlig neue Erfahrungen, die nur anhaltende Wirkung haben, wenn auch die emotionalen Persönlichkeitsbereiche erreicht werden. Hierzu haben wir ein besonders differenziertes Angebot von Erlebnistherapien.
Ressourcenaktivierung
Jeder Mensch hat nicht nur Störungen oder Probleme sondern auch Fähigkeiten und Kraftquellen. Diese wieder zu entdecken kann ein intrapsychischer Prozess sein, er kann sich aber auch in konkretem Handeln, z.B. Wiederaufgreifen eines Hobbys äußern. Häufig liegen Ressourcen jedoch vor allem in (familiären) Beziehungen. Die Anwendung von Prinzipien der Kontextuellen Familientherapie ermöglicht es, Beziehungsressourcen wie Vertrauenswürdigkeit und Gerechtigkeit in Beziehungen gezielt zu fördern.
Stationäre Traumatherapie
Bei Patienten mit schweren psychischen Traumatisierungen hat sich ein modifizierter Therapieansatz, der Erkenntnisse der modernen Neurobiologie aufgreift, als hilfreich erwiesen. Die Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen wie Gewalt, schwere emotionale Vernachlässigung, sexuelle Gewalt, etc. ist oft ein langfristiger Prozess, deshalb sollte ein stationärer Aufenthalt eingebettet sein in eine ambulante Psychotherapie. Eine stationäre Traumatherapie kann zum Ziel haben, Methoden zur Stabilisierung und besseren Alltagsbewältigung zu erlernen oder in besonders schweren Phasen der Traumabearbeitung einen schützenden Rahmen zu bieten. Unser traumatherapeutisches Behandlungskonzept orientiert sich stark an der „Psychodynamisch-imaginativen Traumatherapie“ nach Prof. Luise Reddemann und lässt sich in drei Phasen unterteilen:
Phase 1 Stabilisierung
Diese Phase nimmt in der Behandlung häufig den größten Raum ein. Stabilisierung bedeutet, durch den traumatischen Prozess beeinträchtigte Fähigkeiten zu Selbstmanagement, Selbstberuhigung und Ich-Stabilität wieder zu erlangen.
Information über die Auswirkungen von Traumata, Stärkung der eigenen Ressourcen, Erlernen von Imaginationsübungen (z.B. Bilder eines sicheren Ortes, gute innere Helfer, eines sicheren Tresors zum „Wegpacken“ traumatischer Erinnerungen, Erlernen von Strategien im Umgang mit überflutenden Erinnerungen (flash-backs) und selbstschädigendem Verhalten, begleitende stärkende Maßnahmen, z.B. Aromatherapie, Qi Gong, Kreativ- und Bewegungstherapie.
Phase 2 Traumabearbeitung
In den meisten Fällen beschränkt sich der erste Aufenthalt im Rahmen einer stationären Traumatherapie auf die Phase der Stabilisierung. Konkrete Traumabearbeitung kann erst erfolgen, wenn ausreichende Stabilität im Alltag sowie ein Mindestmaß an äußerer und innerer Sicherheit erreicht ist. Zum Einsatz kommen spezielle Methoden der Traumaexposition wie EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing nach Francine Shapiro) oder die sog. Bildschirm- oder Beobachtertechnik (nach Luise Reddemann oder Lutz Besser).
Die Traumabearbeitung erfolgt ausschließlich im Rahmen der Einzeltherapie.
Phase 3 Integration und Neuorientierung
Diese Phase der Traumatherapie kann mitunter im Rahmen von Intervallbehandlungen erfolgen, in der Regel ist sie schwerpunktmäßig der ambulanten Therapie vorbehalten.
Chronischer Schmerz
Behandlung von chronischen Schmerzen:
Psychosomatische Schmerztherapie
Die Anzahl der Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, nimmt immer mehr zu. In den westlichen Industrienationen leiden 5 – 10% unter chronischen Schmerzen. Einer Vielzahl dieser Menschen konnte bisher mit den Methoden der Organmedizin nicht in ausreichendem Maße geholfen werden.
1. Akuter und chronischer Schmerz
Der akute Schmerz weist auf eine aktuelle Verletzung hin und hat daher eine Warnfunktion. Er ist häufig nur kurz andauernd und die Ursache ist bekannt und therapierbar (z. B. bei Verletzungen, Entzündungen etc.). Das Ziel der Behandlung ist die Beseitigung der Ursache und die Schmerzfreiheit. Häufig ist bei akutem Schmerz Ruhigstellung und Schonung indiziert.
Bei chronischem Schmerz ist dies anders. Er ist lang andauernd bzw. wiederkehrend, häufig ist die Ursache unbekannt oder aber die Schmerzursache kann nicht dauerhaft beseitigt werden. Chronische Schmerzen wirken sich vielschichtig auf viele Lebensbereiche aus. So kommt es oft aus Angst vor mehr Schmerzen zu einer deutlichen Verminderung von körperlicher Aktivität, zu verminderter beruflicher Leistungsfähigkeit, zu Konflikten am Arbeitsplatz, sozialem Rückzug, evtl. auch vom Freundes- und Bekanntenkreis, Frustration, Verbitterung, Verlust an Lebensfreude, Traurigkeit bis hin zu Ängsten und Depressionen. Häufig ist es sehr schwierig aus diesem „Teufelskreis“ ohne fremde Hilfe herauszukommen. Es gibt verschiedene Formen von chronischen Schmerzen, die jeweils eine besondere Behandlung erforderlich machen.
2. Welche Formen von chronischen Schmerzen werden bei uns behandelt?
- Schmerzen bei organischen Erkrankungen (nozizeptiver und/oder neuropathischer Schmerz) mit erschwerter Krankheitsbewältigung und/oder begleitenden starken seelischen Belastungen
- Funktionelle Schmerzsyndrome (z.B. Fibromyalgiesyndrom)
- Somatoforme Schmerzstörungen, das heißt Schmerzen, die überwiegend seelisch bedingt sind
- Schmerzen bei Psychischen Störungen
- Depression
- Trauma
- Angst
- Persönlichkeitsstörungen
Nach einer ausführlichen Diagnostik der jeweils individuell vorliegenden chronischen Schmerzen wird jede Form von chronischen Schmerzen speziell behandelt, so dass die Schmerzen günstig beeinflusst werden und sich die verschiedenen Ursachen verbessern.
Die Abteilung für Psychosomatik der Simssee Klinik Bad Endorf bietet auf der Basis eines alle Lebensebenen einbeziehenden Krankheitsverständnisses (bio-psycho-soziales Krankheitsverständnis) mit ihrem gut aufeinander abgestimmten multiprofessionellem Team aus Ärzten, Diplom-Psychologen, Krankengymnasten, Sozialarbeitern, Krankenschwestern und spezialisierten Therapeuten für Musik, Tanz, Körper- und Kunsttherapie individuell angepasste und adäquate Hilfe an.
Zusätzliches Therapieangebot für Patienten mit chronischen Schmerzen:
Gruppen:
- Informationsgruppe
- Ausdauertraining
- Achtsamkeitstraining (mit Bodyscan)
- Schmerzbewältigungsgruppe
- Gruppe zum Umgang mit Stress und zwischenmenschlichen Problemen
- Biofeedback
- Medikamentöse Schmerzbehandlung
- Physiotherapeutische Behandlung und bei akuten Beschwerden konsiliarische orthopädische Untersuchung
Allgemeines Therapieangebot:
- Einzelpsychotherapie
- Gruppenpsychotherapie
- Training sozialer Kompetenz
- Paargespräche, Angehörigengespräche
- Erlebnistherapien (Kunst, Musik, Konzentrative Bewegungstherapie, Atem- und Tanztherapie)
- Meditation
- Stabilisierungsgruppe
- Sozialberatung
- Entspannungstherapie (PMR)
- Umfangreiches physiotherapeutisches Behandlungsangebot
Ein Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik statt in einer Schmerzklinik ist bei Menschen mit chronischen Schmerzen zu empfehlen, wenn auch weitere Probleme/Störungen bestehen wie:
- Patienten mit deutlicher depressiver Symptomatik
- Angststörungen wie Phobien, Panikstörung, generalisierte Ängste
- ungeklärte chronische Schmerzzustände
- Traumatisierte Patienten (PTSD)
- Patienten mit Missbrauchserfahrungen und/oder Vernachlässigung in der Kindheit/Jugend
- Fibromyalgiesyndrom
- Somatoforme Störungen, das heißt Schmerzen oder körperliche Störungen, die überwiegend seelisch bedingt sind
- Patienten, bei denen ein verbaler Zugang zum eigenen Erleben noch schwierig ist
- Partnerschaftsprobleme
- Stark erschwerte Krankheitsbewältigung
Besonderes Vorgehen bei Patienten mit chronischen Schmerzen:
Zur Verbesserung der Compliance des Patienten verzichten wir auf invasive Verfahren zur Schmerzbekämpfung (häufig bereits ambulant und/oder in Schmerzkliniken angewandt).
Rückfragen und Anmeldung unter:
Simssee Klinik Bad Endorf
Sekretariat Psychosomatik:
Telefon 08053 / 200 – 506
Simssee Klinik GmbH
Ströbinger Straße 18a
83093 Bad Endorf
Telefon: 08053 200-0
Telefax: 08053 200-7415
E-Mail: info@simssee-klinik.de
Internet: www.simssee-klinik.de





