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Geriatrische Rehabilitation - Fragen & Antworten

Wie lange dauert die stationäre Behandlung?

Die stationäre geriatrische Rehabilitation dauert in der Regel drei Wochen. Bei medizinischer Notwendigkeit wird ein Antrag auf Verlängerung von ein bis zwei Wochen gestellt. Die Entscheidung darüber trifft der medizinische Dienst der Krankenkassen.

Was versteht man unter dem Begriff Geriatrie?

Geriatrie ist als Altersheilkunde ein Zweig der Medizin, der sich mit der Gesundheit im Alter und mit klinischen, präventiven, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten beim älteren Menschen beschäftigt. Oberstes Ziel der Geriatrie ist neben der altengerechten Diagnostik und Therapie die Erhaltung der selbständigen Lebensführung. Die Therapie soll immer Hilfe zur Selbsthilfe sein, die den Patienten im Rahmen seiner Möglichkeiten fördert, ohne ihn zu überfordern.

Geriatrie (Ger = alt, iater = Arzt) ist derjenige Zweig der Medizin, der sich mit der Gesundheit im Alter sowie den Präventionen, klinischen, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten bei alten Menschen beschäftigt (WHO 1989).

Was ist eine geriatrische Behandlung?

Der Patient wird zum Aufnahmezeitpunkt schwerpunktmäßig symptomorientiert, internistisch und neurologisch untersucht. Pathologische Untersuchungsbefunde werden der speziellen Diagnostik zugeführt und im Verlauf kontrolliert und dokumentiert. Es werden spezifische Assessments durchgeführt, z. B. Tests zur Beurteilung von:

  • Mobillität (Gang- und Standsicherheit),
  • manueller Geschicklichkeit
  • geistiger Leistungsfähigkeit (räumliche Orientierung, abstraktes Denken)
  • Aktivitäten des täglichen Lebens (Essen, Trinken, Toilettengang, Waschen, Anziehen, Inkontinenz, usw.)

Das geriatrische Assessment:

Ein zentraler Aspekt der geriatrischen Tätigkeit ist die Einschätzung (= Assessment) des Patienten durch alle Mitarbeiter des therapeutischen Teams. International anerkannte standartisierte Testverfahren helfen, die Probleme des alten Menschen weitestgehend zu erkennen. Auf dieser Grundlage kann ein individuell angepasster Behandlungsplan erstellt und das Rehabilitationsziel festgelegt werden. 

Das therapeutische Team:

  • Ärztliches Team
  • Pflegemitarbeiter / Krankenschwestern
  • Krankengymnasten
  • Ergotherapeuten
  • physikalische Therapeuten
  • Logopäden
  • Psychologen
  • Sozialdienstmitarbeiter
  • katholischer und evangelische Geistlicher
  • Angehörigenberatung
  • Diätassistentin

Patienten, Angehörige, zuweisende Klinik und Ärzte sowie Krankenversicherungen können von uns erwarten, dass sich ärztliche, therapeutische und pflegerische Leistungen an den neuesten medizinischen Erkenntnissen orientieren und durchgängig auf einem hohen Qualitätsniveau erbracht werden.

Welche Therapiemöglichkeiten stehen dem geriatrischen Patienten zur Verfügung?

Es stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: Krankengymnastik, Ergotherapie, Gehschule, Gruppengymnastik, psychologische Diagnostik und Therapie, Logopädie, Lymphdrainage, Massagen, medizinische Trainingstherapie (MTT), aktivierende Behandlungspflege, Selbständigkeitstraining, Geländetraining, Diätberatung und -therapie und weitere indikationsbezogene (individuelle) Therapien.

Welche diagnostischen Leistungen werden durchgeführt?
  • Ultraschall (Sonographie zur Darstellung der inneren Organe-Bauchorgane, Schilddrüse)
  • Dopplersonographie ist eine Ultraschalluntersuchung mit der die Blutströmung in Gefäßen (Arterien und Venen) dargestellt werden kann. Bestimmte Strömungseigenschaften weisen auf Gefäßveränderungen, wie Verengungen, Verschlüsse oder Aus-sagen hin.
  • Duplexsonographie: Damit lässt sich ein zweidimensionales Bild darstellen, somit lassen sich Verkalkungen, Blutgerinsel oder Gefäßverschlüsse erkennen. Mit dieser zusätzlichen Ultraschallmethode ist es möglich, auch kleinere Veränderungen, welche mit der Dopplersonographie nicht erfasst werden können, darzustellen.
  • Echokardiographie/Ultraschall des Herzens
  • Röntgenabteilung/Beurteilung des Skelettes und innere Organe
  • Knochendichtemessung nach der DXA-Methode zur Erkennung einer Osteoporose, auch zur Verlaufskontrolle einer osteoporotischen Therapie
  • Langzeit-EKG zur umfassenden Beurteilung des Herzkreislaufsystems
  • 24-Stunden Blutdruckmessung zur Erkennung einer Hypertonie, bzw. zur Verlaufskontrolle bei therapiebedürftiger Hypertonie
  • Spirometrie zur Beurteilung der Lungenfunktion
Muss man so viele Medikamente nehmen?

Polymedikation (größere Zahl von Medikamenten) ist auch Betätigungsfeld der Geriatrie. Gleich bei der Aufnahme wird die vorhandene Medikation nach fachärztlichen Gesichtspunkten geprüft und angepasst (in der Regel deutlich reduziert).

Was sind die Ziele der geriatrischen Behandlung?

Die Geriatrie ist eine zukunftsorientierte Medizin. Dies schon deshalb, weil die Menschen nicht nur in unserem Land immer älter werden. Sie bietet den älteren Patienten ein ganzheitliches diagnostisches und therapeutisches Konzept an.

Auch wenn keine vollständige Heilung erreicht werden kann, soll durch die Kombination von organmedizinischer und funktioneller Therapie eine größtmögliche Selbständigkeit der Lebensführung unter Berücksichtigung der sozialen Kompetenz erhalten oder wieder hergestellt werden. Die Geriatrie bezieht von Anfang an das soziale Umfeld des Patienten in die therapeutischen Überlegungen mit ein. Eine intensive Angehörigenberatung und wenn nötig auch Schulung im Umgang mit dem Patienten wird ebenso angeboten. Die Versorgung mit verschiedenen Hilfsmitteln rundet das Angebot ab.

Wer ist ein geriatrischer Patient?

Ein geriatrischer Patient ist ein biologisch älterer Patient, der durch altersbedingte Funktionseinschränkungen bei Erkrankungen akut gefährdet ist, der zur Multimorbidität neigt, bei dem ein besonderer Handlungsbedarf rehabilitativ, somatopsychisch und psychosozial besteht.

Wie kommt man zur geriatrischen Rehabilitation?

Entweder aus dem Akutkrankenhaus: Das Akutkrankenhaus stellt dabei für den Patienten einen GRB-Antrag (geriatrische Rehabilitationsbehandlung) bei der zuständigen Krankenkasse. Die Krankenkasse entscheidet über den Antrag und informiert den Patienten sowie die geriatrische Klinik. 

Oder der Patient kommt aus hausärztlicher Versorgung. Auch der Hausarzt kann bei der Krankenkasse eine geriatrische Rehabilitation für seinen Patienten beantragen. 

Auch selbstzahlende Patienten können unsere Leistung in Anspruch nehmen. Anträge und Genehmigung durch Versicherungen sind hierfür nicht notwendig. 

Es ist für den Heilungsprozess förderlich, eine Person ihres Vertrauens (Ehepartner, Angehörigen) dabei zu haben. Für die Begleitung bietet die Klinik ein attraktives Angebot zur Auswahl.

Was ist eine Depression?

Der Begriff "Depression" wird umgangssprachlich häufig zur Beschreibung einer Verschlechterung der Stimmungslage gebraucht. Stark gedrückte Stimmung, Schwermütigkeit, Lust- und Hoffnungslosigkeit kennen wir sicherlich fast alle, diese können ganz normale Reaktionen auf äußere belastende Ereignisse sein. Es gibt jedoch Menschen, bei denen diese Gefühle so stark und aufdringlich sind, dass es sich nicht mehr um "normale" Stimmungsschwankungen handelt. Sie fühlen sich wie gelähmt, unfähig, wertlos, krank und schwach.

Eine Depression ist eine Krankheit, bei der Stoffwechselvorgänge im Gehirn nicht richtig funktionieren. Dies führt wiederum zu Störungen, die den ganzen Körper betreffen. Man fühlt sich schlapp und energielos, meist hat man Schlafstörungen, alles fällt einem schwer, auch die sonst erfreulichen Dinge im Leben verschaffen einem keine Freude, keine Ablenkung und keine Erholung. Man kann das Leben nicht mehr genießen, kommt sich wertlos und gefühllos vor und meint, man funktioniere nur wie eine Maschine. Hinzu kommen oft Schuldgefühle oder auch Angstgefühle. Ebenso können körperliche Beschwerden wie z. B. Rücken- oder Herzschmerzen auftreten, für die sich keine körperliche Ursache finden lässt. 

Ein weiteres typisches Merkmal der Depression, speziell bei älteren Menschen, ist die "Konzentrationsstörung". Die Ausprägung einer solchen Störung kann sehr unterschiedlich sein. Sie kann ein solches Ausmaß annehmen, dass sie leicht mit einer beginnenden Demenz verwechselt werden könnte, man spricht hier von einer so genannten "Pseudodemenz". 

Hier sind nochmals die häufigsten Symptome von Depressionen zusammengefasst. Anzahl, Schweregrad und Dauer der einzelnen Symptome unterscheiden sich von Person zu Person. Einzelne Betroffene erleben viele, andere nur wenige Symptome, wie:

  • traurige, niedergeschlagene Stimmung
  • Verlust von Interesse an gewohnten Aktivitäten, Freudlosigkeit
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Selbstvorwürfe und ausgeprägte Schuldgefühle
  • Verlust des Selbstvertrauens
  • erhöhte Ermüdbarkeit
  • Antriebsstörungen
  • innere Unruhe
  • Appetit- und Gewichtsverlust, selten gesteigerter Appetit
  • Ein- oder Durchschlafstörungen
  • Konzentrationsstörung
  • wiederkehrende Gedanken an Tod oder Suizid
  • körperliche Beschwerden (wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, allgemeine Schwäche, Schwindel, chronische Schmerzen u. a.)
Woran erkennt man eine Depression bei älteren Menschen?

Die Erkrankung kommt bei älteren Menschen zwar nicht öfter vor als bei jüngeren, doch ist sie deutlich schwieriger zu erkennen. Allzu häufig wird mangelnde Energie und Hoffnungslosigkeit bei betagten Menschen mit dem natürlichen Alterungsprozess erklärt. Zu wenig Betroffene und zu wenig Menschen in ihrer Umgebung erkennen hinter körperlichen und psychischen Beschwerden eine depressive Erkrankung. 

Im Gegensatz zu einer Depression bei jüngeren Menschen sind die Symptome bei älteren Menschen häufig anders ausgeprägt, hier bestimmen meist körperliche Symptome, Angst und Gedächtnisstörungen das klinische Bild, daher können sie leicht mit einer körperlichen Erkrankung oder einer Demenz verwechselt werden. Die Gefahr ist groß, dass hinter körperlichen und psychischen Beschwerden eine depressive Erkrankung nicht erkannt wird, wodurch in Folge auch keine angemessene Therapie erfolgt, und das obwohl eine Depression gut behandelbar ist. 

Um zu erkennen ob man an einer Depression leidet ist es hilfreich, sich folgende Fragen zu stellen:

  • Bin ich häufig traurig oder niedergeschlagen?
  • Fange ich plötzlich an zu Weinen oder ist mir danach zumute?
  • Fällt es mir schwerer als früher, Entscheidungen zu treffen?
  • Hat mein Interesse an Dingen des täglichen Lebens nachgelassen?
  • Neige ich in letzter Zeit häufiger zum Grübeln?
  • Kommt mir mein Leben häufig leer und sinnlos vor?
  • Komme ich mir manchmal nutzlos und unerwünscht vor?
  • Sehe ich die Zukunft hoffnungslos und pessimistisch?
  • Fühle ich mich lustlos, müde und ohne Schwung?
  • Haben sich mein Appetit und mein Gewicht verändert?
  • Schlafe ich schlecht bzw. schlechter als früher?
  • Fühle ich mich häufiger verwirrt und habe Schwierigkeiten klar zu denken?
  • Habe ich oft - scheinbar grundlos - Schmerzen (v. a. Kopfschmerzen und Beschwerden im Bauchraum) oder Beklemmungen in der Brust?
  • Habe ich die Freude daran verloren attraktive Männer/Frauen anzusehen, sich mit ihnen zu unterhalten oder mit ihnen zusammen zu sein?

Wenn Sie einige dieser Fragen (oder gar alle) mit "Ja" beantwortet haben, dann ist es möglich, dass sich hinter diesen Beschwerden eine Depression verbirgt. In diesem Falle sollten sie dringend etwas dagegen unternehmen und Hilfe bei Fachleuten (Psychologen, Psychotherapeuten und Ärzte) suchen.

Sind Depressionen heilbar? Und wie kann man sie behandeln?

Depressionen sind generell gut behandelbar. Wenn Sie depressive Symptome an sich bemerken, zögern Sie nicht, Ihren Hausarzt darauf anzusprechen oder sich an einen Psychotherapeuten zu wenden. Niemand muss heute mehr unnötig lange unter den oft quälenden Beschwerden leiden.
Die zwei wesentlichen Behandlungsformen der Depression sind:

  • die psychotherapeutische Behandlung und
  • die medikamentöse Behandlung.

Bei beiden Behandlungsformen können große Fortschritte erzielt werden (auch bei älteren Menschen). Abhängig von der Vorgeschichte, der Art und der Schwere der Depression ist eine Kombination beider Behandlungsformen sinnvoll. Bei leichteren Ausprägungen der Depression kann auch eine Psychotherapie alleine erfolgreich sein.

Psychotherapeutische Maßnahmen werden heute noch viel zu selten in Anspruch genommen, obwohl die Kosten von den Krankenkassen großteils übernommen werden und sie sich als sehr wirksam erwiesen haben.

Was versteht man unter "Demenz" und "Alzheimer"?

Unter dem Begriff Demenz versteht man den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Vor allem die Gedächtnisleistung, das Denkvermögen, die Urteilsfähigkeit und die Orientierung nehmen ab. Betroffene haben Schwierigkeiten, neue gedankliche Inhalte aufzunehmen und wiederzugeben. Allerdings bedeutet eine Vergesslichkeit allein noch keine Demenz. 

Die so genannten "primären Formen" werden durch eigenständige Hirnerkrankungen hervorgerufen: Hierzu zählt z. B. als häufigste und bekannteste Form die Demenz vom Alzheimer Typ. Hier kommt es aufgrund von Stoffwechselstörungen zu Ablagerungen im Gehirn, was eine Abnahme der Kontaktstellen im Gehirn (Synapsen) zur Folge hat. Diese Prozesse dauern viele Jahre, bevor die Angehörigen und/oder der Patient selbst etwas bemerken. 

Eine weitere primäre Form wäre die "vaskuläre Demenz", auch als Multi-Infarkt-Demenz bezeichnet, hier führen Durchblutungsstörungen zu Schäden im Gehirn. 

Unter "sekundärer Demenz" versteht man jene Hirnleistungsstörungen, deren auslösende Ursache außerhalb des Gehirns liegt, wie etwa Sauerstoffmangel bei Herzinsuffizienz, Auswirkungen von Alkohol bzw. Drogen, traumatische Hirnverletzungen, Infektionen oder Tumoren.

Von einer Demenz spricht man nur, wenn die Hirnleistungsstörung mindestens 6 Monate andauert. Vorübergehende Zustände von Desorientiertheit oder Unruhe werden als "Delir" oder "Durchgangssyndrom" bezeichnet und können die unterschiedlichsten Ursachen haben.

Kann man eine Demenz behandeln?

Man muss zunächst einmal festhalten, dass es kein Medikament gibt, welches die Demenz ursächlich behandeln oder sogar heilen kann. Es stehen jedoch Medikamente zur Verfügung, die es ermöglichen, das Fortschreiten der Symptome vorübergehend hinauszuzögern, was sich somit auch positiv auf die Alltagsbewältigung auswirkt. Außerdem gibt es Medikamente mit denen man die eventuell auftretenden Begleitsymptome der Demenz, wie z. B. Depression, Unruhe und Aggressivität, behandeln kann.

Um die Lebensqualität Demenzkranker und ihrer Angehörigen zu verbessern, aber auch um Verhaltensstörungen zu lindern, können nichtmedikamentöse Ansätze (wie z. B. Verhaltenstherapie, Selbst-Erhaltungs-Therapie, Erinnerungs-, Musik- und Kunsttherapie) sehr hilfreich sein. Wesentlich ist hierbei, stets individuell die begrenzten Bewältigungsmöglichkeiten der Betroffenen zu berücksichtigen. 

Menschliche Zuwendung, Aktivierung und Beschäftigung, ein angemessener Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten sowie eine demenzgerechte Gestaltung der Umwelt sind darüber hinaus für Demenzkranke von besonderer Bedeutung. 

Außerdem wäre es wichtig, die vorhandenen geistigen Fähigkeiten regelmäßig zu fördern und zu fordern. Vor allem zu Beginn einer Demenz kann man durch regelmäßiges Training einen positiven, verlangsamenden Einfluss auf die Entwicklung nehmen.