Das Demenzsyndrom - Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt stetig. Für das Jahr 2030 erwartet das Statistische Bundesamt einen Anteil von über 30 Prozent der über 65-jährigen an der Gesamtbevölkerung.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Diagnostik und Therapie altersbezogener Erkrankungen und Behinderungen eine immer größere Bedeutung. Hierzu zählt auch das Demenzsyndrom.

Aktuell sind in Deutschland etwa eine Million Menschen manifest an Demenz erkrankt, jeder Vierte der über 85-jährigen leidet an einer der Formen der Demenz. Etwa 75 Prozent der Erkrankten werden durch ihre Angehörigen versorgt.

Etwa 60 Prozent der an Demenz Erkrankten leiden an einer Alzheimer-Demenz, einem Abbauprozess im Bereich der Großhirnrinde. Sie ist die häufigste und wichtigste Form einer Demenz. Im Vordergrund stehen hierbei Persönlichkeitsveränderungen, Orientierungsstörungen und Einschränkungen der Merkfähigkeit.

Bei knapp einem weiteren Drittel der Erkrankten finden sich klinische Zeichen der „vaskulären Demenz“: kleinschrittiges Gangbild, eine Fallneigung nach hinten und eine generelle Verlangsamung.

Während eine  medikamentöse Therapie die Erwartungen nicht erfüllen konnte, stehen psychosoziale Interventionen beim Betroffenen und seiner sozialen Umgebung im Vordergrund: Kognitives Training, entwickeln von Ritualen, Schulung der Angehörigen und Vermittlung  einer Selbsthilfegruppe.

Über die „Innere Welt“, in der an Demenz Erkrankte leben, wissen wir bis heute sehr wenig. Jeder Betroffene bleibt aber auch in fortgeschrittenem Erkrankungsstadium eine eigenständige Persönlichkeit, der mit allem Respekt begegnet werden muss.

Dr. Martin Weiner, Chefarzt Geriatrie Simssee Klinik Bad Endorf