Multimodale Schmerztherapie
Interdisziplinäre Behandlungsstrategien

Einladung zum Chiemgauer Schmerzsymposium | 
Samstag, 13. November 2021

4 Fortbildungspunkte sind genehmigt. | Wir bitten um Ihre Anmeldung bis 05. November 2021
Anmeldung per E-Mail: akutmedizinorthosimssee-klinikde

Wir laden Sie ein

Sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kollegen,

wir laden Sie herzlich zu unserem Chiemgauer Schmerzsymposium 2021 in die Simssee Klinik Bad Endorf ein. Wir stellen Ihnen unser neues Behandlungsangebot „Multimodale Schmerztherapie“ vor, dazu die Interaktion miteinander und das Vertiefen der Thematik in den Workshops. Freuen Sie sich auf interessante Referenten, spannende Themen und offene Diskussionen!

Das Schmerzsymposium wird unter Einhaltung der 3G-Regel durchgeführt.

Wir freuen uns auf Ihr Erscheinen!


 

Mit freundlicher Unterstützung von www.gruenenthal.de

Es wird versichert, dass die Inhalte der Fortbildungsmaßnahme produktneutral gestaltet sind. Die Referenten erhalten eine Vergütung i. H. von insgesamt € 750,-- von der Firma Grünenthal GmbH. Die Inanspruchnahme der Leistung erfolgt unabhängig von jeglichen Umsatzgeschäften zwischen Grünenthal und den Teilnehmern. Die Inanspruchnahme verpflichtet den Teilnehmer nicht, Produkte der Grünenthal GmbH abzunehmen bzw. einzusetzen.


 

Programm Chiemgauer Schmerzsymposium
UhrzeitThemaReferenten
08:30 – 09:00Come together | Stehempfang 
09:00 – 09:15Wir begrüßen Sie herzlichChefärzte Dipl.-Med. Thomas Lautzschmann,
Dr. med. Sven Glanz Simssee Klinik Bad Endorf
09:15 – 09:45Vorstellung der Multimodalen
Schmerztherapie & Medikamentöse
Schmerztherapie
Silke Hack, Leitende Oberärztin Klinik für Orthopädische Akut-Medizin
Simssee Klinik Bad Endorf
09:45 – 10:25Differenzierte orthopädische
Schmerztherapie in der Praxis
anhand von Kasuistiken
Dr. med. Rainer Christoph Düll,
Orthopädische Gemeinschaftspraxis Dachau
10:25 – 11:00Kaffeepause | Erfahrungsaustausch 
11:00 – 11:30Schmerz & EmotionenDr. med. Sven Glanz, Chefarzt Psychosomatisches Schmerzzentrum
Simssee Klinik Bad Endorf
 Zeitgleich stattfindende Workshops
11:30 – 12:151 | InfiltrationstechnikenDipl.-Med. Thomas Lautzschmann,
Chefarzt Klinik für Orthopädische Akut-Medizin Simssee Klinik Bad Endorf
2 | Einführung ins Autogene TrainingIsabel Stosius, Psychologin Simssee Klinik Bad Endorf
3 | Medikamentöse individualisierte
Schmerztherapie Fallbeispiele
Silke Hack, Leitende Oberärztin Klinik für Orthopädische Akut-Medizin
Simssee Klinik Bad Endorf; Dr. med. Ulrike Hamann
4 | Untersuchungs methoden im
Praxisalltag
Dr. med. Rainer Christoph Düll,
Orthopädische Gemeinschaftspraxis Dachau
12:15 – 12:55Cannabinoide –
Fluch oder Segen?
Dr. med. Ulrike Hamann, Oberärztin Fachzentrum für Anästhesie und
Intensivmedizin, Schön Klinik Vogtareuth
12:55 – 13:05VerabschiedungModeratoren, Referenten
ab 13:05 Running Buffet | Open Buffet |
Zeit für Ihr Networking

Anschließend: Zeit zur Entspannung in der Thermenlandschaft (ohne Sauna) der Chiemgau Thermen (4 Stunden). Eintritt und Parken sind kostenfrei.

Appetizer | Fingerfood

 

 


In der Simssee Klinik Bad Endorf behandeln wir seit vielen Jahren erfolgreich Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen. 

In der Klinik für Orthopädische Akut-Medizin der Simssee Klinik Bad Endorf werden im Rahmen der „Multimodalen nichtoperativen Komplexbehandlung des Bewegungssystems“ (ANOA) seit Jahren Patienten erfolgreich durch ein hochprofessionelles Team dahingehend behandelt.

Langanhaltende und an Intensität zunehmende Schmerzzustände ziehen psychische Veränderungen nach sich, welche sich oftmals verselbständigen und somit hochgradig das Schmerzerleben der betroffenen Menschen beeinflussen. Es entsteht, bzw. es droht, eine chronische, in ihren Ursachen komplexe Schmerzerkrankung des Bewegungssystems mit all ihren persönlichen und gesellschaftlichen negativen Folgen.             

Durch diese langjährigen Erfahrungen bei der Behandlung unserer Patienten mit Schmerzen am Bewegungsapparat hat sich gezeigt, dass wir ein weiteres Konzept benötigen, bei dem die psychischen Ursachen und die psychischen Folgen eines chronischen Schmerzes auch bei unseren orthopädischen Patienten zentraler Teil der Behandlung sein sollen.

Hier setzt nun die Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie an, die wir in unserem Behandlungsspektrum der Klinik für Orthopädische Akut-Medizin unseren Patienten anbieten. Hiervon abzugrenzen ist unser Behandlungskonzept für Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen innerhalb der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Daher erweiterten wir in 2021 neben der stationären orthopädischen Akutbehandlung von Patienten mit Schmerzen des Bewegungsapparates und der psychosomatischen Behandlung – hier liegt der Behandlungsschwerpunkt auf den seelischen Aspekten des Schmerzerlebens – unser Spektrum um den Bereich einer Multimodalen Schmerztherapie. 

Ziel ist ein angemessenes, selbstwirksames Verhalten. 
Für einen besseren Umgang mit chronischen Schmerzzuständen und chronifizierten Schmerzsyndromen


Ihre Ansprechpartner|in & Kontakt


Therapiebausteine der Multimodalen Schmerztherapie.

Die Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie der Simssee Klinik Bad Endorf. Ein bereits erfolgreiches Konzept.

Multimodale Schmerztherapie bedeutet körperliches, gedankliches und verhaltensbezogenes Üben unter ärztlicher Kontrolle. Sie dient der Behandlung chronischer bzw. chronisch wiederkehrender Schmerzen der Stütz- und Bewegungsorgane.

Alle Therapeuten arbeiten nach einem gemeinsamen Konzept: Übungen zur körperlichen Wiederherstellung werden dabei mit Maßnahmen der psychologischen Schmerztherapie kombiniert, denn sowohl die körperlichen als auch die psychologischen Maßnahmen sind verhaltenstherapeutisch beeinflusst. Patienten lernen – trotz und wegen der Schmerzen – selbstbestimmt zu handeln. Dabei sind die Überwindung von Angst und Vermeidung sowie die Förderung von Verständnis und Selbstberuhigung wesentliche Bestandteile des multimodalen Therapiekonzeptes.

Qualität auf höchstem Standard ist unsere Basis. Die Simssee Klinik Bad Endorf ist nach DIN EN ISO 9001:2015 und nach RehaSpect zertifiziert.

 

Schmerzmedizinische Behandlung
  • Medikamentöse Therapie
  • Manuelle Therapie
Intensive Information und Schulung

...erfolgt auf Basis eines biopsychosozialen Krankheitsmodells mit Inhalten zur Schmerzerkrankung und Bezug zur individuellen Problematik (z.B. Nozizeptives System, Vegetativum, psychosoziale Risikofaktoren)

Belastungsdosierte Steigerung

Der körperlichen Aktivität (Bewegungstherapie, Sporttherapie) nach individueller Anleitung mit Motivierungs- und Beratungselementen für Alltagsaktivitäten und möglichst orientiert an verhaltenstherapeutischen Prinzipien (z.B. Graded Activity)

Körperwahrnehmungstraining

Zur differenzierten Symptomwahrnehmung bzw. Erfassung von Leistungsgrenzen

Schmerz-psychotherapeutische Behandlungsmaßnahmen

Zur Veränderung eines maladaptiven, auf Ruhe und Schonung oder Durchhalten ausgerichteten Krankheitsverhaltens und entsprechender kognitiver Einstellungen bzw. habitueller Muster

Stärkung von eigenen Ressourcen

Im Umgang mit Schmerz und Beeinträchtigung (Steigerung der Kontrollfähigkeit und Selbstwirksamkeit) und Verbesserung akkomodativer Bewältigungsstrategien

Erlernen...

...von Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken, Genusstraining

Erlebnistherapie
  • Kunsttherapie
  • Musiktherapie
Störungsorientierte Einzeltherapie
Miteinbeziehen relevanter Komorbiditäten

Z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie
Team | Besonderheit | Aufbau

Die Durchführung der Therapie erfolgt durch ein konstantes interdisziplinäres Team (Ärzte, Psychotherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten, Pflegekräfte u.a.) mit spezifischer Kompetenz in der Behandlung von Schmerzpatienten. Sie findet in geschlossenen Gruppen mit maximal acht Patienten und zusätzlicher Einzeltherapie statt.

Unser Team
  • Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Fachärzte für Anästhesiologie sowie Allgemeinmedizin
  • Ärzte mit Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie
  • Psychologen / Psychotherapeuten mit Zusatzausbildung Schmerztherapie
  • Sportwissenschaftler
  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • Kunsttherapeuten, Musiktherapeuten, Tanztherapeuten
  • Sozialpädagogen

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die Verwendung der Geschlechter verzichtet.

Besonderheit der Interdisziplinären Multimodalen Schmerztherapie

Besonderheit der Interdisziplinären Multimodalen Schmerztherapie

Die regelmäßige und hochfrequente Überprüfung der Therapiefortschritte durch die regelmäßige Kommunikation zwischen den beteiligten Therapeuten.
Dies geschieht im Rahmen der täglichen Teamsitzungen und/oder Visiten zur kurzfristigen und zielgerichteten Anpassung des individuellen Therapiekonzeptes.

Therapieaufbau

Beispiel der Gruppentherapiemaßnahmen (Module) in der Multimodalen Schmerztherapie:

  • Frühsport
  • Module zur Rumpfstabilisierung (Wirbelsäulengymnasti
  • Schulung der Körperempfindung 
  • Kunst- oder Musiktherapie
  • Sporttherapie, u.a. gerätegestütztes Krafttraining
  • Arbeitsplatztraining
  • Entspannungstraining
  • Psychologisches Schmerzbewältigungstraining

Informationen für Einweiser

Multimodale Schmerztherapie im kurativen vollstationären Versorgungsbereich.
Voraussetzungen | Notwendigkeit | Entlassmanagement
Die Voraussetzung für die Indikation kurativer Behandlung nach §27 (1) SGB V muss erfüllt sein:
  • Eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern.
  • Umfassende Diagnostik erforderlich
  • Nicht gegebene Rehabilitationsfähigkeit
  • Therapieerschwerende Komorbiditäten (z.B. stark eingeschränkte kardiopulmonale Belast-barkeit, schlecht eingestellte Stoffwechselerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Mobilitätseinschränkung)
  • Kontinuierliche Verschlechterung der Schmerzerkrankung in den letzten sechs Monaten: Räumliche Ausbreitung des Schmerzbildes, Eintreten neuer Schmerzbilder, Wechsel des Schmerzcharakters, Zunahme der Schmerzdauer bzgl. der Attacken
  • Zunahme der körperlichen Beeinträchtigung oder der Medikamenteneinnahme
  • Medikamentenfehlgebrauch
  • Erschwerte medikamentöse Ein-/Umstellung, Medikamentenentzug
  • Zusätzlicher Bedarf an interventionellen Verfahren
  • Bedarf an höherer Therapieintensität und -dichte
  • Bedarf an enger ärztlicher Betreuung durch behandlungstägliche Visiten oder Team-besprechungen
  • Patienten mit erheblicher Beteiligung psychosozialer Faktoren bzw. schmerzrelevanter psychischer Komorbidität

Die Notwendigkeit der vollstationären Therapie ergibt sich unter anderem aus:

  • Keine Einrichtung in zumutbarer Wohnortnähe / kein zeitnaher Termin möglich
  • Deutlich eingeschränkte Mobilität, die ambulantes Setting unmöglich macht
  • Überwachungsbedürftigkeit nach invasiver Behandlung (rückenmarksnahe Infiltrationen)
  • Akute Schmerzdekompensation bei chronischer Schmerzerkrankung
  • Eingeschränkte psychische und/oder körperliche Belastbarkeit
  • Ambulant nicht durchzuführende Entzugsbehandlung
  • Überwachungspflichtige Medikamenteneinstellung (z.B. Morphin)

Vor Beginn der stationären Behandlung müssen die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Durchführung einer multidisziplinären Basisdiagnostik im Fachgebiet Orthopädie, Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Es handelt sich um Patienten mit einer chronischen Schmerzsymptomatik
  • Eine vorab erfolgte ambulante Schmerztherapie bei einem Schmerztherapeuten oder eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme nach § 40 Abs. 2 SGB V oder mindestens zwei vorab erfolgte vollstationäre Krankenhausaufenthalte  (Schmerztherapie) nach § 39 Abs. 1 SGB V müssen erfolglos gewesen sein. Der Schmerztherapeut wird namentlich benannt und der Behandlungszeitraum angegeben.
  • Die Teilnahme an den Programmen erfordert eine ausreichende körperliche Belastbarkeit und Übungsstabilität
  • Die Behandlung setzt Verständnis der Programminhalte, Fähigkeit zur Autonomie und Identifikation mit den Therapiezeiten voraus (dazu gehört auch ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache)

Wichtig sind:

  • Ausreichende Therapiemotivation des Patienten für Körper- und Psychotherapie
  • Akzeptanz des Konzeptes der aktiven Übungs- und Bewältigungstherapie
  • Akzeptanz des Verzichtes auf passive Verfahren (z.B. Massagen)
  • Bereitschaft zum Schmerzmittelentzug


Entlassmanagement und Vernetzung:

  • Neben dem allgemeinen Entlassmanagement Rückführung des Patienten in die Weiterbehandlung eines ambulant tätigen Schmerztherapeuten
  • Enger Kontakt zu den Einweisern und Weiterbehandlern
  • Fachlicher Austausch im Rahmen regelmäßig stattfindender Schmerzzirkel von ambulant und stationär tätigen Schmerztherapeuten
  • Jährlich stattfindendes Chiemgauer Schmerzsymposium

Fachflyer als Download